Sprachengymnasium Schlanders | St. Franziskusstraße 6 | Tel. +39 0473 730004 | os-osz.schlanders@schule.suedtirol.it | www.sg.osz-schlanders.it

„Die Verwandlung“ einmal anders…

Dass ein Klassiker, wie „Die Verwandlung“ nicht nur ein fader Text mit langweiliger Handlung ist, zeigt die 5ASG indem sie kurzerhand das Werk von Kafka neu interpretiert. Nachdem die Klassenlektüre gelesen worden war, ging es zum Abschluss, zu einer „Verwandlung“ des Werkes von Seiten der Schüler. Ihre Ergebnisse trotzen vor Kreativität und man kann erkennen, dass ihnen der Inhalt gar nicht mal so schlecht gefallen hat.

Sommermorgen - Neuinterpretation, Die Verwandlung

An einem Sommermorgen,

erwacht im Körper eines Insekts,

ein Reisender, der nun bringt der Familie viele Sorgen,

aufgrund des finanziellen Aspekts.

 

Verzweifelnd misslingt das Eindringen ins Zimmer,

mit viel Mühe sperrt das Ungeziefer auf die Tür,

je größer der Spalt, der Anblick desto schlimmer.

Kann jemand da dafür?

 

Bloß die Schwester dient als Beistand,

bringt ihm Futter, trotz dem Graus,

vom Käfer wird sie geschätzt um ihre Hand,

auch wenn sie eilt schnell wieder hinaus.

 

Doch dauert es nicht allzu lange,

so distanziert sich die Familie,

da wird dem Käfer doch ganz bange,

greift der Vater sogar zur hölzernen Utensilie.

 

Die vollständige Isolation folgt so gleich,

das Hoffen nach dem Tode steigt,

wird sogar die Mutter bleich,

das Geld fürs Leben lange nicht mehr reicht.

 

Ungeliebt und ungewollt fehlt dem Ungeziefer bald der Hunger,

er krabbelt in die Welt des Jenseits hinein,

verbreitet der Familie nicht mehr Kummer,

so sollte es – wohl oder übel – sein.

 

Es startet der Versuch die finanziellen Sorgen,

durch Arbeit alte Schulden zu begleichen,

für ein gutes Leben soll es reichen,

für die folgenden Sommermorgen.

 

Isabel, Lena, Miriam, Lara

 

 

Neuinterpretation „Die Verwandlung“

 

  1. Aufwachen.

In einem anderen Körper.

Was jetzt?

Ist es ein Traum?

Oder Wirklichkeit?

Geisteszustand?

Nichts fassen.

 

  1. Das Spiegelbild verzerrt,

Als hätt` Ich keinen Wert.

Und doch erweckt mich das Geigenkonzert,

Meiner Schwester.

Deren Ekel wurde von Tag zu Tag fester,

Von Tag zu Tag war sie gestresster,

Nach mir zu sehen.

 

  1. Alle empfinden Graus

Und ich fühl` mich allein im Riesen-Haus.

Die hohen Wände und ich kleine Gestalt,

Bin ausgesetzt der Gewalt.

Die hohen Wände,

Und vielen Angstzustände.

Die hohen Wände,

Früher erdrückt durch Handelsverbände.

 

  1. Und dann kam die Wende

Nun hab Ich hab Zeit ohne Ende

Innerlich gequält durch Hasszustände.

Meine leeren Darmwände!

Erreicht weder Nahrung noch Liebe, nur Hass.

Doch bin Ich weder totenblass noch tränennass.

 

  1. Und Vater wird kalt,

Kälter als je zuvor

Eine grausame kalte Gestalt.

Welche die Menschlichkeit zu mir einfror.

Er, der den Apfel schmiss,

Und unsere Liebe zueinander auseinanderriss.

 

  1. Der Apfel blieb, der Vater ging

Mein Leben am seidenen Faden hing.

Er der King.

Ich blieb zurück als unbedeutendes Ding.

Geflohen aus der Zivilisation.

Gefangen in der Isolation.

Meiner Selbst.

Während Du, Mutter, in Gedanken schwelgst.

 

  1. Chaos, nichts als Chaos

und ein imaginäres Vorhängeschloss

vor meinem Zimmer,

reisen will ich in die demokratische Volksrepublik Laos.

Und vor dem Tor der Herrlichkeit wachen.

Die elendige Gestalt loslassen.

 

Hannes Tscholl Florin Tumler Lena Egger Anna Platzer

Zurück